Sind wir alle untreu?

Wieso Monogamie wohl eine Lüge ist...

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Helmut Schmidt - einer der ganz großen. 

Wir müssen jetzt alle ganz stark sein - aber es gibt ‚gute‘ Gründe, warum fast die Hälfte aller Menschen schon einmal untreu war. Die Monogamie-Lüge:

Wenn man an eine wirklich große Liebe denkt, fällt dem ein oder anderen auch spontan Helmut Schmidt und seine Loki ein. 

Eine Jahrhundertliebe mit kleinen Schwächen

Eine Jahrhundertliebe, die unfassbare 60 Jahre überdauerte! Und sogar diese harmonische, liebevolle ‚Traumbeziehung‘ war wohl doch nicht so exklusiv, wie sie nach außen wirkte. Viele Deutsche sind fast vom Glauben abgefallen, als Schmidt nach dem Tod seiner geliebten Loki überraschend gestanden hat, seine Frau mit einer Partei-Genossin betrogen zu haben - und das über Jahre hinweg. Das war zwar ein ziemlich ernüchterndes, spätes ‚Outing‘ - aber, Hand auf's Herz - hat es uns wirklich gewundert? So unterm Strich? 

Fast die Hälfte tut es

Wir können es jetzt drehen und wenden, wie wir wollen - fast die Hälfte aller geschlechtsreifen Menschen war schon einmal untreu oder ist es immer noch. Die andere Hälft hat es vielleicht noch vor, keine Gelegenheit oder traut sich auch einfach nicht. Zwischen dem dritten und achten Ehejahr wird mittlerweile jede zweite Ehe geschieden und alle noch so wissenschaftlich erhobenen Statistiken bestätigen das, ob’s uns nun gefällt, oder nicht.

Und dann gibt es da noch die anderen Statistiken und Befragungen - und zwar die, in denen erhoben werden soll, was uns am Partner am wichtigsten ist. Jetzt kommt der Knaller: Bei diesen Befragungen steht Treue ganz oben bei den wichtigsten Werten einer Beziehung. Also, irgendwer lügt hier gewaltig, wenn er befragt wird! 

Wieso betrügen wir?

Wenn uns beim Aufwachen mal jemand anderes aus den Kissen entgegenstrahlt, wäre das zwar unterm Strich dreister Betrug, aber aus naturwissenschaftlicher Sicht durchaus plausibel, wenn nicht sogar wünschenswert.

Wir sind von Natur aus schlicht Säugetiere und nur drei Prozent dieser Wirbeltierklasse lebt monogam. Der ganze andere, große Rest treibt es ziemlich bunt. Im wahrsten Sinne. Die meisten Säugetierarten sind entweder polygyn oder promiskuitiv. Soll heißen: ein Männchen paart sich mit mehreren Weibchen, oder aber, und jetzt wird's wild, Männchen und Weibchen paaren sich direkt mit mehreren Partnern.  

Und wieso ist das so? 

Die Erklärung dürfte den Romantikern unter uns so gar nicht schmecken, weil sehr nüchtern und wissenschaftlich:  

Je mehr wir unsere Gene streuen, desto besser stehen die Chancen für sie. So einfach ist das. Basta! 

Der Trieb des Menschen von heute unterscheidet sich darin kaum von dem seiner steinzeitlichen Vorfahren. Warum sollte er auch? Uns ist es dennoch irgendwie gelungen, uns an das denkwürdige Ideal der Monogamie heranzutasten. Sehr provokativ könnte man jetzt sogar behaupten, dass es lediglich religiöse und gesellschaftliche Konventionen sind, die uns verbieten, nach unserer Natur zu leben! 

Beichten oder schweigen? 

Hast Du schon Mal fremd geküsst?

Über dieses wichtige Thema, das ja statistisch gesehen – wie wir jetzt ja leider wissen – jeden zweiten von uns irgendwann betrifft, ist man sich nicht einig. Während in funktionierenden Beziehungen meist beiderseitig großer Wert auf Vertrauen gelegt wird, muss man sich dennoch fragen, was es in meinem Partner auslöst, wenn man ihm oder ihr unverblümt um die Ohren haut, dass man einen schwachen Moment hatte. Eines muss einem klar sein: das Vertrauen hat man in dem Moment schon gebrochen, als es passiert ist. 

Viele Psychologen sind sich darüber einig, dass eine Beichte meist nur dazu dient, das eigene schlechte Gewissen zu bereinigen. Der betrogene Partner hat davon bei genauerer Betrachtung rein gar nichts.

Eine langjährige, liebevolle und im Alltag durchaus funktionierende Beziehung, kann und wird durch eine solche Beichte einen Riss bekommen, der unter Umständen nie wieder zu kitten ist. Ist es das wirklich wert? Derjenige, der betrügt, sollte sich sehr genau überlegen, ob er das riskieren möchte. Schwach gewesen, Fehler gemacht, es bereut? Dann bitte auch dem Partner zu Liebe tough genug sein, mit dem schlechten Gewissen leben, anstatt es demjenigen vor die Füße zu knallen, der es am wenigsten verdient hat. 

10 Fakten, die wir gar nicht lustig finden...

  • 42 Prozent aller Deutschen haben ihren Partner betrogen! Traurig, aber wahr.
  • Schlimmer noch: unter den Betrügern ist es für 55% der Frauen und 49 Prozent der Männer nicht das erste Mal.
  • 10 Prozent davon hatten sogar drei oder mehr Seitensprünge
  • Nur 12 Prozent lassen sich auf den klassischen One Night Stand ein, der Rest sucht ganz gezielt nach dauerhafteren, exklusiven Bettgeschichten
  • Weit über 60 Prozent bleiben zumindest der "Afaire" irgendwie treu. (Bei der Hälfte dauerte die Fremd-Liebelei über ein halbes Jahr.)
  • Sehr viele der untreuen Männer finden ihr "Bettmäuschen" im Arbeitsumfeld und erschreckende 24 Prozent setzen noch einen drauf und bedienen sich im Freundeskreis der Partnerin! Sprich: das Klischee "die beste Freundin oder die neue Empfangsdame" ist keines. 
  • 48 Prozent der Männer und 53 Prozent der Frauen haben die Untreue ihres Partners irgendwie erahnt
  • 51 Prozent der Männer, die ein ungutes Gefühl hatten, haben den Seitensprung dann selbst herausgefunden. Von den Frauen waren es 58 Prozent. 
  • Bescheidene, oder auch clevere, 24 Prozent beichten den Seitensprung!
  • Besonders erschreckend: Unfassbare 85 Prozent der Frauen sind mit dem Sex in der Partnerschaft nicht zufrieden, aber dummerweise sprechen nur 14 Prozent mit ihrem Partner darüber.

Romantiker drehen jetzt wahrscheinlich am Rad, aber wenn man jetzt ehrlich zu sich selbst ist, hat eines davon bestimmt jeden zweiten von uns schon mal das Leben zur Hölle gemacht. 

Quelle: Mannheim24

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